Der Zwiebelkalender

In einigen Völkern wurden gerade zur Neujahrszeit Bräuche angewandt, um zum Beispiel dem neugeborenen Kind die Zukunft vorherzusagen. So auch in vielen Gegenden Europas, wie in Siebenbürgen, im Erzgebirge, Isergebirge und in Schlesien. Man wandte dort den Zwiebelkalender an.

Wussten Sie, dass Zwiebeln nicht nur den Salat schmackhaft machen oder Tränen in die Augen treiben können, sondern sogar vielerlei Informationen liefern können?

Der Zwiebelkalender ist ein alter Orakelbrauch der in den 12 Nächten - das sind die Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Januar - oder zu Neujahr angewandt wurde. Er solle das Wetter für die nächsten 12 Monate vorhersagen.

Heute glaubt man an solch einen Humbug, wie ihn manch einer bezeichnen würde, für gewöhnlich nicht mehr. Doch die Völker waren von diesem Brauchtum sehr überzeugt und schnitten somit in den 12 Nächten eine Zwiebel in 12 Schalen und bezeichneten sie jeweils mit einem Monatsnamen. Diese Schalen bestreuten sie dann mit Salz.

Am nächsten Morgen solle man dann die Niederschläge, je nach Ausmaß der vom Salz angezogenen Feuchtigkeit, in dem jeweiligen Monat deuten können. Gerade die Bauern sahen in diesem Brauch große Vorteile für die Ernte.

Ob dieser Orakelbrauch wirklich das Wetter für das bevorstehende Jahr vorhersagt, können Sie, um Ihre Neugierde zu stillen, gerne selbst herausfinden! Und wer weiß? Vielleicht haben Zwiebeln ja doch hellseherische Fähigkeiten?