Traditionell wird der Schachtelkranz einer Frau an ihrem 25. Geburtstag geschenkt, wenn sie bis dahin noch nicht verheiratet ist. Er soll ein Zeichen dafür sein, dass die Frau eine "alte Schachtel" geworden ist. Heiratet die Frau jedoch vor ihrem 25. Geburtstag, bekommt sie zur Hochzeit statt dem Schachtelkranz den Grünen Kranz geschenkt.

Der Schachtelkranz besteht aus vielen einzelnen Schachteln die mit einem Seil oder einer Schnur zusammengebunden werden. Oft werden zur Herstellung leere Zigaretten- oder Parfumschachteln verwendet. Gebunden werden Schachtelkränze meist von guten Freunden oder Verwandten, dabei sollte die Kranzempfängerin entweder nicht anwesend sein oder sie bewirtet die Kranzhersteller und sorgt ausreichend für Getränke.

Am 25. Geburtstag wird der Kranz aufgehängt. Die 25-jährige, unverheiratete Frau muss abschätzen welche Länge der Kranz hat. Dabei wird meistens die Maßeinheit "Bierflaschen" benutzt. Die Differenz zwischen der eigentlichen Schachtelkranzlänge und der geschätzten Länge wird nochmals in Bierflaschen angegeben, welche die Kranzempfängerin anschließend trinken muss.

Normalerweise wird der Schachtelkranz an der Haustür befestigt und bleibt dort ca. 3 - 4 Wochen hängen.

Traditionell wird noch ein Fest zwischen Auf- und Abhängen des Schachtelkranzes veranstaltet, dabei handelt es sich um das Kranzgießen. Das Gießen kommt eigentlich vom Grünen Kranz, der gegossen werden muss um nicht zu vertrocknen, wird aber beim Schachtelkranz übernommen. Auch das Kranzabhängen wird wieder entsprechend gefeiert.