Das Prangerschießen ist eine sehr alte Tradtion, die vor allem in Bayern und in Österreich seit mehreren hundert Jahren gepflegt wird. Hierbei werden krachende Schüsse- ähnlich den Silvesterknallern- zu besonderen Feststagen oder Ereignissen abgegen, wobei der Lärm mit speziellen Böllergeräten und Schwarzpulver erzeugt wird.

Die Schützen werden Böller-oder Prangerschützen genannt und sind oft in Vereinen organisiert.

Das Schießen findet bevorzugt an Weihnachten, zur Kirchweih, Neujahr, in den Rauhnächten aber auch bei Sonnwendfeiern und Hochzeiten statt. Man möchte durch das Prangerschießen die bösen Geister vertreiben und gleichzeitig ein gutes Zeichen für Zukünftiges setzen.

Dieser Brauch lässt sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Im 18. Jahrhundert ließen die Schützengesellschaften sich dann zu diesem Zwecke spezielle Böllerkanonen anfertigen.

Beim Prangerschießen wurden früher unterschiedliche Böller verwendet- manche konnte man miit Pistolen oder mit Gewehren, andere mit Böllerkanonen abfeuern. Zu den einzelnen Festivitäten wurde und wird nach bestimmten Reihenfolgen geschossen, die vom Schützenmesiter vorgegben werden.

Als Grundformen der Salven findet man hier das Lauffeuer, das Schnellfeuer, den Salutschuss oder den Doppelschlag. Je nach Anlass treten beim Prangerschießen einzelne Schützen oder ganze Hundertschaften von Prangerschützen an.