Eine Moritat ist eine andere Bezeichnung für ein der Ballade ähnliches Bänkellied, welches seit dem 19. Jahrhundert üblich war. Meist wurde in hier eine Schauer- oder Mordgeschichte in Liedform dargebracht, wobei die Melodie vielfach sehr einfach war. Fast immer wurde der Sänger durch eine Drehorgel oder eine Violine bei seinem Vortrag begleitet, gesungen wurde das Stück oft auf Jahrmärkten oder auf belebten Plätzen. Besonders die Drehorgel unterstrich durch ihren unruhigen Klang das Schauerliche. Die Moritat stand damals bei den Zuhöreren hoch im Kurs: man ergötzte sich an den spannenden und umheimlichen Gechichten.

Entstanden ist das Wort vermutlich aus dem Lateinischen "moritas", was übersetzt "erbauliche Geschichte" bedeutet. Es kann aber auch vom Wort "Mordtat" stammen.

Zusätzlich zum Gesang und der begleitenden Musik wurden sehr oft noch farbige Schaubilder hochgehalten, die das Geschehen bildhaft schilderten. In den dreißiger Jahren verschwand die Moritat mit ihren Sängern aus dem öffentlichen Leben.

Bertold Brecht griff diese Liedfom in seiner Dreigroschenoper nochmals auf.

Heute findet man viele Sänger, die Moritaten in ihrem Repertoire haben, auch etliche Gruppen spielen diese wieder in ihrer ursprünglichen Form auf Plätzen und zu Festen.