Die Maibowle, welche im 9. Jahrhundert erstmals namentlich erwähnt wird, galt einst als medizinische Hilfe. Die heutige traditionelle Maibowle an sich, welche auch unter dem Namen Maiwein und auch Waldmeisterbowle bekannt ist, wird mehr zur Erfrischung als zur Berauschung oder dem medizinischen Einsatz genossen. Der hierbei typische Geschmack des Waldmeisters stammt von den getrockneten Blättern, welche im Trocknungszustand den Inhaltsstoff Cumarin freigeben.

Es wird empfohlen, den Waldmeister noch vor der Blütenentfaltung zu ernten. Auf diese Art und Weise wird späterhin weniger Cumarin freigegeben. Denn bei jeder Zubereitung einer Maibowle ist zu beachten, dass nicht mehr als durchschnittlich 4 Gramm Waldmeister pro Liter Bowle eingebracht werden. Dies ist darin begründet, dass Cumarin leicht giftig ist und bei einer höheren Dosierung Unwohlsein und Kopfschmerzen begünstigt. Nach der Vollendung der Blättertrocknung kann nun mit der Zubereitung begonnen werden.

Hierfür bindet man diese zusammen und hängt sie in Weißwein (trocken). Damit die Maibowle späterhin keinen bitteren Nachgeschmack aufweist, ist empfehlenswerter weise darauf zu achten, dass die Stängel nicht mit eingetaucht werden. Nun lässt man seine Komposition von Blättern und Weißwein eine halbe Stunde lang durchziehen. Anschließend werden diese entfernt. Jetzt kommen weiterer Weißwein und Sekt zum Einsatz. Mit diesem wird die Bowle (möglichst in einem eigens dafür vorgesehenen gläsernen Bowlegefäß) aufgegossen. Hierzu verwendet man traditionell für die Maibowle das Verhältnis Wein: Sekt = 2:1.