Sie fragen sich, was ein Kornfuchs ist? Vielleicht ein Korn in Fuchsform? Oder eine Getreideart? Nein, ein Kornfuchs ist ein alter Volksglaube aus Deutschland und Frankreich, der seine Wurzeln im Raum Griechenland hat. Wären Sie darauf gekommen?

Man glaubte, dass ein Fuchs durchs Korn laufe - daher der Name Kornfuchs - und die Getreidepflanzen beschütze. Man bedachte diesen mit verschiedenen Sprüchen. So wurden zum Beispiel Kinder mit dem Satz "geht nicht ins Kornfeld, da sitzt der Fuchs darin" belehrt, sich vom Feld fernzuhalten und nicht darin zu spielen. Eigentlich keine schlechte Idee, oder? Die Kinder könnten der guten Ernte schaden oder gar verloren gehen.

In anderen Gebieten wurde beim Schneiden des letzten Maises eine Handvoll übrig gelassen und die Schnitter warfen ihre Sicheln darauf. Das war wie ein "Macho-Wettbewerb" unter Männern: Wer am besten traf, wurde "der Fuchs" genannt. Seine Mütze wurde von zwei Mädchen mit Blumen geschmückt und beim Tanzfest am Abend tanzte "der Fuchs" mit allen Mädchen.

In wieder anderen Gebieten wurde vor die Tenne desjenigen, der als letzter mit dem Dreschen fertig wurde, ein ausgestopfter Fuchs gestellt. In Hessen weist sogar ein Volksspruch den Bezug vom Fuchs zum Korn auf: "Fuchsfeuerrot, backe mir ä Dreierbrot, nich so groß, nich so klein, morgen soll meine Hochzeit sein."

Auch in einigen deutschen Wappen ist der Kornfuchs abgebildet.