Der Begriff Gautschen

In alten Zeiten sorgte ein Gautscher für den ersten Entwässerungsschritt. Dabei wurden aus den Fasern des frisch geschöpften Papierbogens durch pressen das Wasser herausgedrückt. Man legte einen Papierbogen von einem Sieb auf eine Filzunterlage, dann wieder ein Papier und wieder eine Filzunterlage usw. dadurch wurde das Wasser heraus gedrückt.

Der Zunftbrauch

Gautschen ist ein alter Buchdruckerbrauch. Ein Buchdruckerlehrling der seine Lehre beendet hat wurde erst gegautscht bevor er seinen Gesellenbrief erhielt. Erst nach dem Gautschen ist er würdig in die Zunft der Buchdrucker aufgenommen zu werden.

Das Gautschen

Bei einer Gautschzeremonie geht es immer nass zu. Der angehende " Jünger Gutenbergs" wird von den Altgesellen auf einen nassen Schwamm gesetzt. Wenn das Hinterteil ordentlich angefeuchtet ist wird er von den Packern, die wahrlich nicht zimperlich vorgehen, in einen Brunnen oder Wassertrog geworfen.

Dabei geht es ziemlich grob zu da sich der zu Gautschende kräftig dagegen wehrt. Je mehr er sich dagegen sträubt um so öfter wird er unter Wasser getaucht oder mit Wasser übergossen. Nach der Taufe wird der Gautschbrief offiziell verlesen. Nun gilt er als ausgelernt.

Im Anschluss findet das Gautschfest statt.

Der neu aufgenommene Geselle muß allerdings das "Gautschhonorar" zahlen, was bedeutet er bezahlt von seinem ersten Gesellengehalt die gesamte Zeche. Dieser alte Brauch ist auch heutzutage bei Ausbildern und Auszubildenden noch sehr beliebt.