Die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai wird als Freinacht oder auch Hexennacht bezeichnet. Ursprünglich wurde sie vor allem dazu genutzt, den Maibaum angrenzender Nachbargemeinden zu stehlen, doch in letzter Zeit hört man auch vermehrt von Streichen, die mit diesem Brauchtum nichts zu tun haben. Neben eher harmlosen Delikten, wie beispielsweise dem Besprühen von Autos oder Hauswänden mit Rasierschaum, häufen sich leider auch Sachbeschädigung und Vandalismus, losgelöst von jeglichem kulturellen Kontext.

Früher wurden gerne von ledigen Burschen Hoftore ausgehängt und versteckt oder herumstehende Gegenstände zerlegt und an unüblichen Plätzen – etwa auf einem Scheunendach – wieder aufgebaut. Ein weiterer Brauch hingegen war es, eine Spur aus Sägemehl oder sogar mit Farbe von „ihm“ zu „ihr“ zu legen. Dies war früher vor allem problematisch, wenn die Beziehung noch nicht öffentlich war und weil die Farbe schwer zu entfernen war.

Wo die Freinacht ihren Ursprung hat, darüber teilen sich die Meinungen. Die einen meinen, sie sei ein Synonym für die Walpurgisnacht, in der sich Hexen versammeln um den Hexen-Sabbat zu feiern. Andere wiederum behaupten hartnäckig, dass die Freinacht mit der Musterung junger Burschen zu tun hat und diese sich vor dem Eintritt in den Militärdienst noch einmal austoben wollten.

Fest steht, dass die Freinacht nicht als Freibrief für allerlei Streiche gelten sollte.