Im Bereich Hochzeit gibt es viele Bräuche und Spiele, die vor allem das Brautpaar testen sollen, ob sie das gemeinsame Zusammenleben meistern werden.

Beim Brautdienst handelt es sich um einen Brauch, der prüfen soll, ob es dem zukünftigen Mann möglich ist, seine Frau zu ernähren. Für diesen Zweck lebt der Bräutigam mehrere Jahre gemeinsam mit seinen Schwiegereltern in spe unter einem Dach. Meist handelt es sich dabei um einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren. In der Geschichte des Brautdienstes gab es jedoch auch Fälle, in denen dieses Ritual bis zu 10 Jahren dauern konnte.

Der Bräutigam muss vor allem durch seinen Arbeitswillen den zukünftigen Schwiegervater beeindrucken. Ist dieser mit der Arbeit des jungen Mannes nicht zufrieden, muss der Bräutigam ein weiteres Jahr mit den Schwiegereltern zusammenleben. Ein sexuelles Verhältnis mit der Verlobten wird jedoch beim Brautdienst strengstens untersagt.

Vor allem bei verschiedenen Indianerstämmen in Nordamerika wurde dieser Brauch lange Zeit ausgeübt. Der Vorteil für den Bräutigam ist, dass sich durch diese Sitte, die Mitgift um einiges erhöht.

Der Brautdienst wird durch den Vollzug der Ehe beendet. In den meisten Fällen kehrt der Mann nach Ablauf des Brautdienstes wieder in sein Elternhaus zurück und lebt dort mit seiner Braut.