Der Bohnenkönig. Ab dem 14. Jahrhundert als Ritual zur Feier des kirchlichen Festtages durchgeführt, feierte man bis zum 18. Jahrhundert den Bohnenkönig in Anlehnung an das Königreich Christi.

Im 19. Jahrhundert ging der christliche Hintergrund verloren und das Brauchtum des Bohnenkönigs bekam einen eher karnevalistischen Hintergrund.

Heutzutage ist das Ritual im deutschen Raum, bis auf einige Gebiete an Rhein und Mosel, eher unbekannt. Der Bohnenkönig ist eher eine französische Tradition und ist in der Schweiz sehr weit verbreitet.

Das Brauchtum des Bohnenkönigs leitet sich von der Art der Wahl ab. Eine Bohne wird in einen Kuchen verbacken. Derjenige, in dessen Stück Kuchen sich die Bohne befindet ist König und feiert mit dem von ihm ausgewählten Hofstaat das sogenannte Bohnen- oder Königsfest.

Die zentrale Handlung beim Bohnenfest ist das Ausrufen des Satzes: „Der König trinkt.“, wenn dieser das Glas zum Mund führt. Hinzu kommt, dass jeder Mitspieler seine, ihm vom König zugewiesene Rolle bis zum Ende des Festes durchspielen muss. In Holland wird jeder, der gegen diese Regel verstößt oder einen Fehler macht, mit einem schwarzen Strich im Gesicht gekennzeichnet.

Auch wenn heutzutage kaum einer noch das Bohnenfest feiert und das Königsspiel spielt, so hat der Termin eine feste Bedeutung. Im Rheinland ist der 6. Januar der letzte Tag der Weihnachtszeit und somit der erste Tag der Karnevalssession – der berühmten fünften Jahreszeit.